Ferien in Engadin Scuol Zernez

Unterwegs mit Marina

Bike-Tour durch das Val d'Uina

Details zur Bike-Tour

Begleiten Sie mich auf meiner Bike-Tour durch das Val d'Uina zur Sesvenna-Hütte. Ein Abenteuer, dass Sie nicht so schnell vergessen werden.

Von Marina Gachnang

Die Uinaschlucht. Der Felsenweg, welcher früher als Schmugglerweg und Verbindungsroute zwischen dem Unterengadin und dem Vinschgau diente, ist heute ein Highlight für alle Wanderer und Mountainbiker. «Das will ich sehen», dachte ich mir und setzte die Bike-Tour ganz oben auf meine «Bucket list». Zurecht, wie sich später herausstellen sollte.

Von Scuol radeln wir gemächlich bis nach Sur En, wo der Weg noch flach und unser Puls noch im Normalbereich ist. Die Strecke verläuft geschwungen dem Inn entlang, an Pradella vorbei bis zum Landgasthof Val d’Uina. Von da an schmälert sich die Sicht, zu Beginn des Tals ist es noch kühl und schattig. Später würden wir uns noch zu diesen Bedingungen zurücksehnen, denn wir haben einen heissen Sommertag vor uns. Was man wissen sollte: die Tour verläuft mit einer permanenten Steigung. Also konzentrieren wir uns bereits ein wenig auf unsere Atmung, was bei der eindrücklichen Landschaft um uns herum gar nicht so einfach ist.

Bike-Tour durch das Val d'Uina im Engadin

Es ist still, nur der Bergbach begleitet uns mit seinem leichten Tosen. Vorbei an Geröll, durch kurze Waldabschnitte und über Brücken legen wir die ersten Kilometer bis zur Alp «Uina Dadaint» zurück. Wir sind nun schon rund zwei Stunden unterwegs und beschliessen, eine kleine Rast zu machen. Die bewirtschaftete Alp mit frischen Produkten wie Trinkjoghurt, Engadiner Birnbrot und Käse lädt natürlich umso mehr dazu ein. Gestärkt und voller Vorfreude auf den bevorstehenden Abschnitt fahren wir weiter – und bleiben schon sehr bald wieder stehen, sprachlos durch den Anblick, der sich uns bietet. Vor uns türmt sich das Bergmassiv auf, in den vor mehr als 100 Jahren der Felsenweg gesprengt wurde.

Anblick der Uinaschlucht von der Alp Uina Dadaint im Unterengadin Felsenweg durch die Uinaschlucht im Engadin

Der Weg geht durch eine Alpweide immer weiter ins Tal hinein und wird allmählich zu einem schmalen Trail, der zuerst noch einem wurzeligen Waldpfad gleicht. Bevor wir den Felsenweg erreichen, begegnen wir mehreren Warnschildern. Auf diesen wird empfohlen, das Bike auf den heiklen Abschnitten zu schieben. Da ich noch einiges vor habe in meinem Leben, halte ich mich auch daran. Je mehr wir uns dem Felsenweg nähern, desto felsiger wird auch der Trail, bis wir dann beschliessen: «Zeit, das Bike zu schieben». Auf diesem Abschnitt ist definitiv Konzentration gefragt. Man kann sich schnell in dem Anblick der tiefen Schlucht verlieren. Immer wieder führt der Weg tunnelartig mitten durch den Felsen.

Die Atmosphäre in der Schlucht ist aussergewöhnlich. Je enger die Schlucht wird, desto lauter dröhnt der Bergbach. Und trotzdem scheint es hier so still zu sein, weit weg von der Zivilisation. Wer dem Alltag einmal entfliehen will, ist hier definitiv richtig.

Blick vom Felsenweg durch die Uinaschlucht im Engadin

Auch wenn es uns eine Zeit lang anders erscheint, ist auch der Felsenweg Endlich und wir erreichen eine Lichtung – die Alp Sursass. Von hier geht es geradeaus weiter über den Schlinigpass, bis wir schliesslich bei der Sesvenna-Hütte ankommen. Nach der längeren Etappe durch die schmale Schlucht wirkt die Aussicht von hier noch viel weiter, als sie sonst schon ist. Die Hütte befindet sich in Vinschgau (IT), was man sofort am Dialekt der Hüttenwarte erkennt. Das freundliche Team der Sesvenna-Hütte versorgt uns mit Speis und Trank, dringend nötig nach diesem Tag. Als wäre das Abenteuer durch die Schlucht nicht genug, belohnt uns das Panorama noch einmal für den Aufstieg bis hierhin. Umgeben von Kühen, Murmeltieren und ein wenig weiter entfernt sogar Steinböcken, geniessen wir den feinen Hausgrappa der Hütte, während die Sonne langsam untergeht.

Marina Gachnang
Marina Gachnang

Marina Gachnang absolviert 2020/21 bei der Ferienregion Engadin Samnaun Val Müstair ihr Praktikum und arbeitet am Standort in Scuol an der Gäste-Information sowie im Content-Team. In ihrer Freizeit erkundet sie das Engadin am liebsten auf dem Mountainbike. 

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